Title (deu)
Die Autorenschaft Elia Kazans als filmische Vergangenheitsbewältigung unter Berücksichtigung politischer Aspekte
Author
Manuel Stephan Oberhollenzer
Advisor
Claus Tieber
Assessor
Claus Tieber
Abstract (deu)
Elia Kazan gilt als einer der bedeutendsten Theater- und Filmregisseure der 1940er und 1950er Jahre. Stücke wie "Death of a Salesman" und "A Streetcar Named Desire" sowie Filme wie ON THE WATERFRONT und EAST OF EDEN gelten als Klassiker. Insbesondere sein Gespür für Schauspielführung machte ihn zu einem herausragenden Regisseur, der, als einer der Mitbegründer des legendären „Actors Studio“, den Grundstein für Generationen von nachfolgenden Schauspieltalenten gelegt hat.
Doch gerät sein Werk seit Jahrzehnten mehr und mehr in Vergessenheit. Mehr als durch seine Erfolge auf dem Broadway und in Hollywood erinnert man sich an Elia Kazan gemeinhin durch seine freundliche Kooperation mit dem Komitee für unamerikanische Umtriebe Anfang der 1950er Jahre, die einen langen und breiten Schatten über sein weiteres Schaffen gelegt hat. Als Verräter und Opportunist geächtet und abgestempelt, wird sein Werk seit jeher eher zwiespältig und kontrovers diskutiert.
Internationale Vereinigungen und Verbände sowie Filmfestivals aus aller Welt verweigerten ihm, mit wenigen Ausnahmen, Ehrungen für seine Verdienste für Theater und Film. Als er 1999 dann doch noch von der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt wurde, hatte dies wütende Proteste rund um die Verleihung und eine polarisierende Reaktion des anwesenden Publikums nach sich gezogen. Auch sonst wird Kazan äußerst selten als herausragender filmischer „Auteur“ angesehen. Es scheint, als ob die Kontroverse um seine unrühmliche Kooperation mit der antikommunistischen Hexenjagd nicht nur sein Leben und seine Karriere, sondern auch sein Andenken nachhaltig überschattet.
Aber Kazan drehte seine besten wie auch persönlichsten Filme unmittelbar danach. Filme wie VIVA ZAPATA! (USA 1952), ON THE WATERFRONT (USA 1954) und EAST OF EDEN (USA 1955) erzählen packende Charakterstudien über Brüderlichkeit, Verrat, Außenseitertum und Integrität und scheinen von Kazans eigenem Erfahrungsschatz inspiriert zu sein. Mit diesen Filmen vollzieht Kazan eine Entwicklung von einem filmischen Handwerker hin zu einem filmischen „Auteur“ und Produzenten, der jedem Werk seine eigene, unverkennbare Handschrift verleiht.
Diese Arbeit, unterteilt in einen filmgeschichtlichen, filmtheoretischen und filmanalytischen Abschnitt, zeichnet diese Entwicklung Kazans nach, indem die historischen Begleitumstände und ihre Auswirkungen auf Kazans Karriere nachgezeichnet sowie eine ausgiebige hermeneutische und strukturalistische Analyse der zuvor erwähnten Filme vorgenommen wird.
Abstract (eng)
Elia Kazan is considered one of the most significant directors in theatre and film of the 1940s and 1950s. Plays like "Death of a Salesman" or "A Streetcar Named Desire" as well as films like ON THE WATERFRONT and EAST OF EDEN are considered classics. Kazan is especially regarded for his skill at directing actors, and, as a founding member of the legendary „Actors Studio“, laid the groundwork for future generations of talented actors.
But over the decades, his work has been largely forgotten. More than for his successes both on Broadway and in Hollywood, Elia Kazan is remembered for his „friendly cooperation“ with the „House Un-American Activities Committee“ in the early 1950s, which cast a lasting shadow over his work. Denounced as a traitor and opportunist, Kazan’s contributions have since been discussed rather divisive and controversial.
International associations and guilds as well as film festivals all over the world, with few exceptions, denied Kazan recognition for his contributions to the theatre and film industries. When he finally received a “Honorary Award for Lifetime Achievement” at the 1999 “Academy Awards”, it drew angry protests around the ceremony and a polarized reaction of the audience. In other ways as well, Kazan has never been regarded as an outstanding cinematic “auteur”. It seems as if his inglorious cooperation with the anticommunist witchhunt not only deeply overshadowed his life and career, but his legacy as well.
But Kazan made his best and also his most personal films right after. Films like VIVA ZAPATA! (USA 1952), ON THE WATERFRONT (USA 1954) and EAST OF EDEN (USA 1955) tell thrilling character studies about brotherhood, betrayal, outsiderdom and integrity and seem to be inspired by Kazan’s own experiences. With these films, Kazan makes a progression from a cinematic craftsman to a cinematic “auteur” and producer, who gives every picture his own distinctive signature.
This thesis, segmented into a historical, theoretical and analytical section, portrays this progression by examining the historical circumstances and its implications on Kazan’s career, as well as by providing an extensive hermeneutic and structuralistic analysis of the aforementioned pictures.
Keywords (eng)
filmtheatrepoliticscommunismHUACHollywoodBroadwaydirectorproducerwriterplaywrightauthorpolitique des auteursauteur theoryfilm historyfilm theoryfilm analysisElia KazanArthur MillerBudd SchulbergSam SpiegelMarlon BrandoJames DeanRod SteigerEva Marie SaintAlexandre AstrucFrançois TruffautRoland BarthesMichel Foucaul
Keywords (deu)
FilmTheaterPolitikKommunismusHUACKinoBroadwayRegisseurProduzentAutorAutorenpolitikAutorentheorieFilmgeschichteFilmtheorieFilmanalyseElia KazanArthur MillerBudd SchulbergSam SpiegelMarlon BrandoJames DeanRod SteigerEva Marie SaintAlexandre AstrucFrançois TruffautRoland BarthesMichel FoucaultAndré BazinAndrew Sarri
Subject (deu)
Subject (deu)
Type (deu)
Persistent identifier
Extent (deu)
103 Seiten
Number of pages
111
Study plan
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
[UA]
[066]
[583]
Association (deu)
Title (deu)
Die Autorenschaft Elia Kazans als filmische Vergangenheitsbewältigung unter Berücksichtigung politischer Aspekte
Author
Manuel Stephan Oberhollenzer
Abstract (deu)
Elia Kazan gilt als einer der bedeutendsten Theater- und Filmregisseure der 1940er und 1950er Jahre. Stücke wie "Death of a Salesman" und "A Streetcar Named Desire" sowie Filme wie ON THE WATERFRONT und EAST OF EDEN gelten als Klassiker. Insbesondere sein Gespür für Schauspielführung machte ihn zu einem herausragenden Regisseur, der, als einer der Mitbegründer des legendären „Actors Studio“, den Grundstein für Generationen von nachfolgenden Schauspieltalenten gelegt hat.
Doch gerät sein Werk seit Jahrzehnten mehr und mehr in Vergessenheit. Mehr als durch seine Erfolge auf dem Broadway und in Hollywood erinnert man sich an Elia Kazan gemeinhin durch seine freundliche Kooperation mit dem Komitee für unamerikanische Umtriebe Anfang der 1950er Jahre, die einen langen und breiten Schatten über sein weiteres Schaffen gelegt hat. Als Verräter und Opportunist geächtet und abgestempelt, wird sein Werk seit jeher eher zwiespältig und kontrovers diskutiert.
Internationale Vereinigungen und Verbände sowie Filmfestivals aus aller Welt verweigerten ihm, mit wenigen Ausnahmen, Ehrungen für seine Verdienste für Theater und Film. Als er 1999 dann doch noch von der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt wurde, hatte dies wütende Proteste rund um die Verleihung und eine polarisierende Reaktion des anwesenden Publikums nach sich gezogen. Auch sonst wird Kazan äußerst selten als herausragender filmischer „Auteur“ angesehen. Es scheint, als ob die Kontroverse um seine unrühmliche Kooperation mit der antikommunistischen Hexenjagd nicht nur sein Leben und seine Karriere, sondern auch sein Andenken nachhaltig überschattet.
Aber Kazan drehte seine besten wie auch persönlichsten Filme unmittelbar danach. Filme wie VIVA ZAPATA! (USA 1952), ON THE WATERFRONT (USA 1954) und EAST OF EDEN (USA 1955) erzählen packende Charakterstudien über Brüderlichkeit, Verrat, Außenseitertum und Integrität und scheinen von Kazans eigenem Erfahrungsschatz inspiriert zu sein. Mit diesen Filmen vollzieht Kazan eine Entwicklung von einem filmischen Handwerker hin zu einem filmischen „Auteur“ und Produzenten, der jedem Werk seine eigene, unverkennbare Handschrift verleiht.
Diese Arbeit, unterteilt in einen filmgeschichtlichen, filmtheoretischen und filmanalytischen Abschnitt, zeichnet diese Entwicklung Kazans nach, indem die historischen Begleitumstände und ihre Auswirkungen auf Kazans Karriere nachgezeichnet sowie eine ausgiebige hermeneutische und strukturalistische Analyse der zuvor erwähnten Filme vorgenommen wird.
Abstract (eng)
Elia Kazan is considered one of the most significant directors in theatre and film of the 1940s and 1950s. Plays like "Death of a Salesman" or "A Streetcar Named Desire" as well as films like ON THE WATERFRONT and EAST OF EDEN are considered classics. Kazan is especially regarded for his skill at directing actors, and, as a founding member of the legendary „Actors Studio“, laid the groundwork for future generations of talented actors.
But over the decades, his work has been largely forgotten. More than for his successes both on Broadway and in Hollywood, Elia Kazan is remembered for his „friendly cooperation“ with the „House Un-American Activities Committee“ in the early 1950s, which cast a lasting shadow over his work. Denounced as a traitor and opportunist, Kazan’s contributions have since been discussed rather divisive and controversial.
International associations and guilds as well as film festivals all over the world, with few exceptions, denied Kazan recognition for his contributions to the theatre and film industries. When he finally received a “Honorary Award for Lifetime Achievement” at the 1999 “Academy Awards”, it drew angry protests around the ceremony and a polarized reaction of the audience. In other ways as well, Kazan has never been regarded as an outstanding cinematic “auteur”. It seems as if his inglorious cooperation with the anticommunist witchhunt not only deeply overshadowed his life and career, but his legacy as well.
But Kazan made his best and also his most personal films right after. Films like VIVA ZAPATA! (USA 1952), ON THE WATERFRONT (USA 1954) and EAST OF EDEN (USA 1955) tell thrilling character studies about brotherhood, betrayal, outsiderdom and integrity and seem to be inspired by Kazan’s own experiences. With these films, Kazan makes a progression from a cinematic craftsman to a cinematic “auteur” and producer, who gives every picture his own distinctive signature.
This thesis, segmented into a historical, theoretical and analytical section, portrays this progression by examining the historical circumstances and its implications on Kazan’s career, as well as by providing an extensive hermeneutic and structuralistic analysis of the aforementioned pictures.
Keywords (eng)
filmtheatrepoliticscommunismHUACHollywoodBroadwaydirectorproducerwriterplaywrightauthorpolitique des auteursauteur theoryfilm historyfilm theoryfilm analysisElia KazanArthur MillerBudd SchulbergSam SpiegelMarlon BrandoJames DeanRod SteigerEva Marie SaintAlexandre AstrucFrançois TruffautRoland BarthesMichel Foucaul
Keywords (deu)
FilmTheaterPolitikKommunismusHUACKinoBroadwayRegisseurProduzentAutorAutorenpolitikAutorentheorieFilmgeschichteFilmtheorieFilmanalyseElia KazanArthur MillerBudd SchulbergSam SpiegelMarlon BrandoJames DeanRod SteigerEva Marie SaintAlexandre AstrucFrançois TruffautRoland BarthesMichel FoucaultAndré BazinAndrew Sarri
Subject (deu)
Subject (deu)
Type (deu)
Persistent identifier
Number of pages
111
Association (deu)
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