Die vorliegende Masterarbeit untersucht ausgewählte Aspekte von Misogynie im Kontext der Lexikografie des alemannischen Dialekts in Vorarlberg. Dabei werden das „Vorarlberger Mundartwörterbuch“ (Allgäuer 2008) sowie vergleichsweise das „Vorarlbergerische Wörterbuch mit Einschluß des Fürstentums Liechtenstein“ (Jutz 1960/65) als Materialbasis herangezogen. Den theoretischen Rahmen bildet zum einen das Paradigma der feministischen Sprachkritik bzw. der Genderlinguistik, welches den Ansatz verfolgt, dass die Diskriminierung weiblich gelesener Personen auch über die Sprache konstruiert und transportiert bzw. reifiziert wird. Zum anderen wird ein metalexikografischer Zugang verfolgt, welcher gleichzeitig die Grundlage für den empirischen Teil der Arbeit darstellt. Das Forschungsinteresse ergibt sich aus einem Desiderat bzw. einer Forschungslücke in Bezug auf die Dialektlexikografie, da die einschlägige Forschung bislang vor allem (historische) Bedeutungswörterbücher untersucht hat. Die Analyse fokussiert sich auf misogyne Strukturen in Lemmaeinträgen und Phrasemen zu weiblichen Personen und untersucht Lemmastrecken hinsichtlich spezifisch weiblicher Negativbezeichnungen. In Bezug auf negativ konnotierte Personenbezeichnungen lässt sich im „Vorarlberger Mundartwörterbuch“ mehr Reflektiertheit nachweisen als in seinem rund fünfzig Jahre älteren „Vorgänger“. Jedoch haben auch die Lemmaeinträge des jüngeren Dialektwörterbuchs zahlreiche misogyne Sprichwörter und Redewendungen Eingang gefunden, denen selten distanzierende Erklärungen beigefügt werden. Jene Phraseme bewegen sich zumeist im Begriffsfeld klischeehafter Charakterzüge weiblicher Personen und inszenieren den Mann als leidtragenden Protagonisten. Auch in einschlägigen Negativbezeichnungen sind Attribute wie Dummheit, Faulheit, Bösartigkeit oder Streitsucht zu verzeichnen. Am häufigsten beziehen sich diese jedoch auf (den Körperbau betreffende) Merkmale des äußeren Erscheinungsbilds. Insgesamt lässt sich nachweisen, dass die Vorarlberger Dialektlexikografie, wenngleich das aktuellere Wörterbuch einen teilweise bewussteren Umgang mit Misogynie zeigt, noch immer von einer traditionalistischen Ideologie geprägt ist.
Die vorliegende Masterarbeit untersucht ausgewählte Aspekte von Misogynie im Kontext der Lexikografie des alemannischen Dialekts in Vorarlberg. Dabei werden das „Vorarlberger Mundartwörterbuch“ (Allgäuer 2008) sowie vergleichsweise das „Vorarlbergerische Wörterbuch mit Einschluß des Fürstentums Liechtenstein“ (Jutz 1960/65) als Materialbasis herangezogen. Den theoretischen Rahmen bildet zum einen das Paradigma der feministischen Sprachkritik bzw. der Genderlinguistik, welches den Ansatz verfolgt, dass die Diskriminierung weiblich gelesener Personen auch über die Sprache konstruiert und transportiert bzw. reifiziert wird. Zum anderen wird ein metalexikografischer Zugang verfolgt, welcher gleichzeitig die Grundlage für den empirischen Teil der Arbeit darstellt. Das Forschungsinteresse ergibt sich aus einem Desiderat bzw. einer Forschungslücke in Bezug auf die Dialektlexikografie, da die einschlägige Forschung bislang vor allem (historische) Bedeutungswörterbücher untersucht hat. Die Analyse fokussiert sich auf misogyne Strukturen in Lemmaeinträgen und Phrasemen zu weiblichen Personen und untersucht Lemmastrecken hinsichtlich spezifisch weiblicher Negativbezeichnungen. In Bezug auf negativ konnotierte Personenbezeichnungen lässt sich im „Vorarlberger Mundartwörterbuch“ mehr Reflektiertheit nachweisen als in seinem rund fünfzig Jahre älteren „Vorgänger“. Jedoch haben auch die Lemmaeinträge des jüngeren Dialektwörterbuchs zahlreiche misogyne Sprichwörter und Redewendungen Eingang gefunden, denen selten distanzierende Erklärungen beigefügt werden. Jene Phraseme bewegen sich zumeist im Begriffsfeld klischeehafter Charakterzüge weiblicher Personen und inszenieren den Mann als leidtragenden Protagonisten. Auch in einschlägigen Negativbezeichnungen sind Attribute wie Dummheit, Faulheit, Bösartigkeit oder Streitsucht zu verzeichnen. Am häufigsten beziehen sich diese jedoch auf (den Körperbau betreffende) Merkmale des äußeren Erscheinungsbilds. Insgesamt lässt sich nachweisen, dass die Vorarlberger Dialektlexikografie, wenngleich das aktuellere Wörterbuch einen teilweise bewussteren Umgang mit Misogynie zeigt, noch immer von einer traditionalistischen Ideologie geprägt ist.