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Title
Behördliche Routinen der Stigmatisierung von Frauen als 'Asoziale'
Language
German
Description (de)
Der Beitrag widmet sich der Konstruktion der ‚asozialen Frau‘ durch die nationalsozialistischen Behörden und der darauf aufbauenden Verfolgung. Deren Intention, Ablauf und Auswirkungen wird am Beispiel Wien dargestellt. Da es bis Kriegsende keine gesetzlich verbindliche Definition von ‚gemeinschaftsfremd‘ bzw. ‚asozial‘ gab, war der Ermessensspielraum der Behördenhoch. Im Mittelpunkt steht daher der „Apparat“ im Sinne eines „Macht-Wissen-Komplexes“ (Terkessidis in Anlehnung an Foucault), der für die Implementierung geschaffen wurde, wie etwa die Einrichtung von ‚Asozialenkommissionen‘ und die damit verordnete Zusammenarbeit verschiedener staatlicher Einrichtungen (Verwaltung, Gesundheits- und Arbeitsamt, Polizei, Justiz) unter der Ägide der NSDAP. Dabei wird insbesondere den geschlechtsspezifischen Aspekten in der Konstruktion von ‚Asozialität‘ und der administrativen Handhabung nachgegangen. Der gesellschaftspolitische Diskurs über ‚Asozialität‘ war kein Novum des Nationalsozialismus, erfuhr aber unter diesem Regime eine Radikalisierung. Ebenso wenig führte der Zusammenbruch des ‚Dritten Reiches’ und die Wiedererrichtung der demokratischen politischen Ordnung zu einem Ende dieses Diskurses im Nachkriegsösterreich. Die grundlegenden Strukturen und Denkweisen in der Verwaltung, also das „Wissen“ des „Apparates“, blieben weitgehend gleich. Diese Kontinuitäten der Stigmatisierung werden anhand von Entschädigungsverfahren, wie sie ehemals Verfolgte auf Grundlage des „Opferfürsorgegesetzes“ anstrebten, herausgearbeitet.
DOI
10.25365/phaidra.216
ISBN
978-3-96410-018-4
ISBN
978-3-96410-019-1
ISSN
2509-5056
Author of the digital object
Helga  Amesberger
Brigitte  Halbmayr
Format
application/pdf
Size
98.2 kB
Licence Selected
All rights reserved
Type of publication
Article in collected edition
Series Title
Neue Kriminologische Schriftreihe der Kriminologischen Gesellschaft e.V.
Volume
118
From Page
313
To Page
326
Name of Collection/Monograph (de)
Christian Grafl, Monika Stempkowski, Katharina Beclin, Isabel Haider (Hrsg.), "Sag, wie hast du's mit der Kriminologie?" – Die Kriminologie im Gespräch mit ihren Nachbardisziplinen
Publishing Address
Mönchengladbach
Publisher
Forum Verlag Godesberg
Publication Date
2020
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ISBN
978-3-96410-018-4

ISBN
978-3-96410-019-1


2509-5056

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Object type
PDFDocument
Format
application/pdf
Created
02.01.2021 07:51:36
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