Abstract (deu)
Diese Arbeit behandelt die Ultrastruktur des weiblichen (bzw. zwittrigen) Genitalapparates und Stadien der Eientwicklung von 5 Arten mariner Arthrotardigraden (Klasse Heterotardigrada):
Actinarctus doryphorus, Batillipes noerrevangi, Halechiniscus greveni, Orzeliscus belopus und Styraconyx n.sp.
Orzeliscus belopus ist die einzige marine Art, die bisher als Zwitter beschrieben wurde.
Strukturen, die untersucht und gegenübergestellt werden sind: Gonopore, Receptaculum seminis und die Gonaden.
Alle Gonoporen zeigen das typische rosettenförmige Muster aus 6 – 7 myoepidermalen Zellen, auch die des Zwitters Orzeliscus belopus.
Nur in Batillipes noerrevangi konnte kein Receptaculum seminis gefunden werden, die übrigen Arten besitzen eine paarige, mit Cuticula ausgekleidete Einstülpung mit separaten Öffnungen beiderseits der Gonopore. Im Receptaculum von Orzeliscus belopus wurde pro Seite nur je ein Spermatozoon festgestellt, bei den anderen 3 Arten konnten zahlreiche, zum Teil modifizierte Spermatozoen beobachtet werden.
Das Ovar war in allen Fällen nur von einer Basallamina umgeben, es bestand eine klare Abfolge von Oogonien im vorderen, bis hin zu einem reifen Ei im hintersten Abschnitt.
Die Oocyten sind mit mehreren Nährzellen durch Zellbrücken verbunden, durch die verschiedene Organellen (z.B. Mitochondrien, Ribosomen) und RNA in die zukünftige Eizelle gelangen.
Die Eireifung ist asynchron, es wird anscheinend immer nur ein Ei herangereift, nur bei Halechiniscus greveni konnten mehrere reife Eizellen beobachtet werden.
Die Chorionbildung erfolgt in allen beschriebenen Arten ähnlich: zunächst sind nur Bruchstücke der jeweils arttypisch gestalteten Eihülle an der Oberfläche der heranreifenden Eizelle zu sehen, die später zu einer durchgängigen Schicht um das Ovum fusionieren.
Bei Halechiniscus greveni wurden bemerkenswerte parallele „microvilli-like structures“ um die Eizelle beobachtet, die wahrscheinlich mit der Ausbildung des Chorions zu tun haben.
Außerdem werden die Ergebnisse der Arbeit mit den wenigen bereits vorhandenen Studien über die Eientwicklung und Reproduktionsbiologie der zweiten Klasse der Tardigrada, den Eutardigrada, verglichen.
Die Beschaffung und Präparation mariner Bärtierchen ist immer noch schwierig.
Aufgrund des wenigen Materials konnten nur Ovarien in unterschiedlichen Stadien beschrieben werden, einige vergleichbare Ergebnisse konnten auch zur Eihüllen-(Chorion) Bildung gefunden werden.
Deshalb ist diese Arbeit nur als erster kleiner Einblick in die Feinstruktur der Reproduktion von Arthrotardigraden zu sehen, weitere Studien mit histochemischen Methoden und eine genaue Abfolge der Stadien der Eientwicklung wären anzustreben.