Abstract (deu)
In dieser Diplomarbeit über „Die Achse Berlin – Wien in den Anfängen der Ethnologie von 1869 bis 1906“ wird die Phase der Gründung von Anthopologischen Gesellschaften in Europa näher beleuchtet. Besonders die Umstände, welche zur Gründung der Anthropologischen Gesellschaften in Österreich und Deutschland geführt haben, die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie auch die wissenschaftlichen Entdeckungen und Erkenntnisse werden dargestellt. Diese Darstellung ist Voraussetzung um zu verstehen, wie die Anthropologie – als Wissenschaft vom Menschen – sich im deutschsprachigen Raum vor der Institutionalisierung an den Universitäten in wissenschaftlichen Vereinen, den sogenannten Anthropologischen Gesellschaften, etablierte.
Eigentlicher Schwerpunkt dieser Arbeit ist allerdings die Art der Beziehungen zwischen den beiden bedeutendsten Anthropologischen Gesellschaften im deutschsprachigen Raum, nämlich der Berliner Anthropologischen Gesellschaft für Archäologie, Ethnologie und Urgeschichte und der Anthropologischen Gesellschaft in Wien in den ersten drei Dekaden ihres Bestehens. Zur Erforschung dieser Beziehungen wurde im Archiv der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, aber auch vor allem in den offiziellen Zeitschriften beider Gesellschaften, in welchen die Sitzungsberichte und unterschiedlichsten Tätigkeiten der Mitglieder regelmäßig berichtet wurde, recherchiert.
Mit dieser Arbeit sollte eine unbeleuchtende, aber sehr wichtige Zeit der Werdung unseres Faches, der Kultur- und Sozialanthropologie, unter Heranziehung historischer Dokumente neu gesehen werden. Daher wurde auch mit Absicht möglichst wenig Sekundärliteratur herangezogen, um die historischen Quellen, welche einer Quellenkritik unterzogen wurden, sprechen zu lassen.