Abstract (deu)
Hintergrund und Methode: Im Zeitraum vom März 2009 bis März 2010 wurde bei 230 Personen mit der Kombination von Zöliakie und Diabetes mellitus Typ 1 sowie als Vergleichsgruppen, bei 85 Zöliakiepatienten und 62 Typ 1 Diabetikern, in Österreich, Deutschland und Italien (Südtirol), mittels eines Fragebogens, eine Erhebung des Ernährungsverhaltens durchgeführt. Ergebnisse: Die Mehrzahl der Teilnehmer, nämlich 58,5% der Typ 1 Diabetiker, 63% der Probanden mit der Kombination und sogar 73,2% der Zöliakiepatienten, erfüllt die D-A-CH Gemüse- und Obstverzehrempfehlungen von fünf Portionen täglich zu weniger als 50%. Der mittlere tägliche Getreidekonsum liegt weit entfernt von den empfohlenen 5 Portionen und beträgt bei den Probanden mit der Kombination nur 1,5 (+/- SD 0,6), bei den Zöliakiepatienten 1,2 (+/- SD 0,6) und bei den Typ 1 Diabetikern 1,5 Portionen (+/- SD 0,5). Die empfohlenen zwei Rationen Milch und Milchprodukte am Tag erfüllen nur 26,8% der Zöliakiepatienten, 37,4% der Befragten mit beiden Erkrankungen und 41,5% der Typ 1 Diabetiker. Etwa die Hälfte der Teilnehmer aller drei Kollektive verzehrt wie empfohlen einmal pro Woche Fisch. Deutlich über den Empfehlungen liegt der Fleischkonsum. So verzehren 95,2% der Patienten mit der Kombination, 92,7% der Zöliakiepatienten und 92,3% der Typ 1 Diabetiker mehr als drei Portionen Fleisch und Wurstwaren pro Woche. Signifikante Unterschiede zwischen den drei Gruppen liegen nur für die Gruppe Fleisch und Getreide vor. Wobei jeweils Zöliakiepatienten signifikant weniger Fleisch sowie Getreide essen als die Teilnehmer der beiden anderen Befragungsgruppen. Daraus kann weder ein besseres, noch ein schlechteres Ernährungsverhalten dieser Patientengruppe abgeleitet werden.
Der Großteil der Befragten kommt mit der Zusammenstellung der Ernährung, d.h. mit der GFD einerseits und mit der Insulindosierung in Abstimmung auf die Nahrungszufuhr andererseits, gut zurecht (70,9% der Patienten mit der Kombination, 78% der Zöliakiepatienten und 87,7% der Typ 1 Diabetiker). Doch 31% der Probanden mit der Kombination und 33% der Zöliakiepatienten vermeiden es, außer Haus zu essen, basierend auf den dort auftretenden Schwierigkeiten. Das Sortiment der glutenfreien Speziallebensmittel betrachten hingegen 51% der Teilnehmer mit Zöliakie als gut. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen auf einen Verbesserungsbedarf des Ernährungsverhaltens in allen drei Befragungsgruppen hin. Das Ernährungsverhalten der Patienten mit der Kombination der beiden Erkrankungen unterscheidet sich nicht erheblich von jenem der Zöliakiebetroffenen bzw. Typ 1 Diabetiker. Demzufolge erschwert das Zusammentreffen von Zöliakie und DMT1 die Einhaltung der D-A-CH Empfehlungen nicht wesentlich. Weiters wurde der bestehende Handlungsbedarf, im Sinne einer Sensibilisierung und Aufklärung in der Bevölkerung bzgl. Zöliakie aufgezeigt, um den Schwierigkeiten der Zöliakiebetroffenen im Außer-Haus-Verzehr entgegenzuwirken.