Abstract (deu)
Ziel der gegenständlichen Arbeit ist es, relevante Aspekte zum Umgang von alkoholabhängigen Menschen mit Belastungen im Alltagskontext zu erfassen.
Unter besonderer Bezugnahme auf aktuelle Gesundheitskonzepte wie etwa das Modell der Salutogenese (Antonovsky, 1987) oder der Positiven Psychologie (Seligman, 2002), deren Fokus auf Ressourcenorientierung und Empowerment gerichtet ist sowie aktuellen Konzepten zur Genese und Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit soll dieser Frage unter Anwendung qualitativer Forschungsmethoden nachgegangen werden.
Hierfür wurden 6 Experteninterviews mit Mitarbeiter/innen des Anton Proksch Instituts und 9 Problemzentrierte Interviews mit Patienten/innen des Anton Proksch Instituts (Witzel, 2000) durchgeführt, welche mittels Kodierverfahren der Grounded Theory Methode (Glaser & Strauss, 1968) und Globalauswertung (Legewie, 1994) ausgewertet wurden.
Den Ergebnissen ist zu entnehmen, dass Alkoholabhängigkeitserkrankungen oftmals zu einer Vielzahl an Belastungen führen, die sich sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext manifestieren und den betroffenen Personen die Rückkehr in das gesellschaftliche System erschweren.
Aus diesem Grund ist es wichtig für die betroffenen Personen im therapeutischen Kontext Grundlagen für euthymes Erleben abseits von Alkohol zu erarbeiten, was letztlich zu Wohlbefinden führt und sich positiv auf das Selbstkonzept und darüber hinaus auf die Motivation im Veränderungsprozess auswirken kann.