Abstract (deu)
In dieser Diplomarbeit wurden einerseits Online-Dating in Verbindung mit dem klinischen
Zustand der sozialen Phobie und andererseits Unterschiede zwischen deutschsprechenden und
norwegischen Online-Dater/innen erforscht. Dies wurde mittels eines Online-Fragebogens
anhand einer Stichprobe von 213 Online-Dater/innen, bestehend aus 177 deutschsprechenden
und 36 norwegischen Teilnehmer/innen, untersucht. Dieser Fragebogen bestand einerseits aus
41 für diesen Zweck entwickelten Fragen betreffend Ziele (Unverbindliches Flirten,
Sexabenteuer, kein Treffen und feste Bindung) und Vorteilen gegenüber herkömlichem Dating
(Erleichterung durch geschriebene Sprache und Distanz, Anonymität, Flexibilität und
Erleichterung durch Fokus auf innere Werte) des Online Datings, inklusive 14 Fragen zu
demographischen Daten, andererseits zur Kategorisierung von sozialer Phobie aus der
Liebowitz Social Anxiety Scale (LSAS; Liebowitz, 1987), die Social Interaction Anxiety
Scale (SIAS; Stangier, Heidenreich, Berardi, Golbs & Hoyer, 1999) und Social Phobia
Inventory (SPIN; Sosic, Gieler & Stangier, 2006). Anhand eines Fragestellungskomplexes
wurden Unterschiede zwischen deutschen und norwegischen Online-Dater/innen erforscht.
Hierbei wurde festgestellt, dass die untersuchten Deutschsprechenden im Durchschnitt eine
höhere abgeschlossene Ausbildung als die Norweger/innen hatten. Weiters befand sich im
Vergleich zu den Norweger/innen ein höherer Anteil an phobischen Menschen unter den
deutschen Teilnehmer/innen. Ferner zeigten die Befunde - bezogen auf die Unterschiede
zwischen deutschen und norwegischen Online-Dater/innen - eine signifikant höhere
Wertschätzung des Vorteils Flexibilität. Mittels zweier Hypothesen wurden die Unterschiede
im Bezug auf Vorteile und Ziele des Online-Datings zwischen als phobisch und nicht
phobisch kategorisierten Menschen geprüft. Im Bezug auf die Ziele kam heraus, dass
signifikant mehr phobische Menschen entweder eine feste Bindung suchen oder sich im
realen Leben gar nicht treffen wollen. Die Vorteile zeigte sich, dass die als phobisch
eingestuften Menschen im Vergleich zu den nicht phobisch eingestuften, alle vier Vorteile
mehr schätzten. Zusätzlich wurden für die drei standardisierten Tests abweichende Ergebnisse
entdeckt, die möglicherweise durch Testung verschiedener Aspekte der sozialen Phobie
bedingt sind.