Abstract (deu)
In dieser vorliegenden Forschungsarbeit soll der Versuch unternommen werden, die polnischen Parteien anhand ihrer Organisationsstruktur zu analysieren, um damit eine Aussage über den allgemeinen Zustand der repräsentativen Demokratie in Polen tätigen zu können. Das polnische Parteiensystem hat mit dem Parteiengesetz 1997 den Weg einer langsamen Stabilisierung eingeschlagen. Seit dem (vorläufigen) Verschwinden der „Linken“ von der politischen Bühne im Jahre 2005 konnten sich zwei Parteien, die PO („Bürgerplattform“) und PiS („Recht und Gerechtigkeit“), als dominierende Kräfte behaupten.
Diese können aufgrund ihrer Organisationsstruktur als ein Repräsentantinnen eines „neuen“ Parteityps bezeichnet werden. Sie zeichnen sich durch ihre Abhängigkeit vom Staat, ihre geringe Mitgliederzahl und eine verstärkte Professionalisierung aus. Pointiert könnten sie auch als Staatsparteien bezeichnet werden. Der „neue“ Parteityp kann vor allem als eine Reaktion auf die besonderen historischen Verhältnisse Polens gesehen werden.
Mit Blick auf die repräsentative Demokratie kann festgehalten werden, dass der „neue“ Parteityp die ihm zugedachten Funktionen grundsätzlich erfüllen kann. Es gelingt ihm aber nicht mehr, die BürgerInnen für Wahlen zu mobilisieren, womit ein Legitimitätsverlust der Parteien im Speziellen, aber auch der repräsentativen Demokratie im Allgemeinen, einher geht. Die geringe Wahlbeteiligung ist aber nicht als ein spezifisch polnisches Problem zu sehen, vielmehr muss diese angesichts rückläufiger Zahlen bei der Wahlbeteiligung in den „alten“ europäischen Demokratien als ein europaweites Problem gesehen werden.