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Title (deu)
"Comoedia. Genandt: Der durchläuchtige Schiffadmiral Jason. Oder. Das bezauberte güldene Flüß"
eine Transformationsanalyse
Author
Bettina Jeschgo
Adviser
Stefan Hulfeld
Assessor
Stefan Hulfeld
Abstract (deu)
Das im Kodex Ia 38589 der Wienbibliothek enthaltene Manuskript der Comoedia. Genandt: Der durchläuchtige Schiffadmiral Jason. Oder. Das bezauberte güldene Flüß gilt in der Forschungsliteratur als die Adaption einer der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts. Diese Diplomarbeit soll anhand einer Transformationsanalyse die gattungsbezogenen, dramaturgischen und figuralen Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen Wandertruppenstückes und dessen Vorlage anhand einer Gegenüberstellung deutich machen. Giacinto Andrea Cicogninis musikalisches Erstlingswerk Giasone, welches er in die Komödie Il Giasone transformierte, folgt der dramaturgischen Tradition der Tragikomödie und kommt mit einer Zwei-Ebenen-Dramaturgie nicht nur den Bedürfnissen und Interessen eines breit gefächerten Publikums entgegen, sondern bietet auch der Wanderbühne eine erfolgversprechende Vorlage. Da die Gattungstransformation des Librettos zur Komödie auf Cicognini zurückzuführen ist und sich die Comoedia als Übersetzung von Il Giasone erwiesen hat, wird das deutsche Wandertruppenstück direkt mit Giasone verglichen. Die Untersuchung des Transformationsprozesses lässt vor allem eine Intensivierung der Komik erkennen. So wird bei der Comoedia bereits durch den Titel das Bewusstsein der Harmlosigkeit als Gattungskonvention einer Komödie erzeugt. Durch die Gattungstransformation fällt die Musik als zusätzliches Ausdrucks- und Einfühlungsmedium weg, wodurch eine gewisse emotionale Distanz des Betrachtenden zum Geschehen auf der Bühne erzeugt wird, welche sich als Voraussetzung für das Funktionieren einer komischen Dramaturgie erweist. Sowohl die Figuration als auch die dramaturgischen Veränderungen, wie der Verlust des erklärenden Rahmens, das Kürzen, Zusammenfügen und Teilen einzelner Szenen sowie die Streichung und Umbenennung einzelner Figuren, lassen eine verstärkte Komik erkennen, die auf Diskrepanzen und Kontrasten beruht. Letztendlich erweist sich das Prinzip der Kontrastierung nicht ausschließlich als ein die Komik vorantreibender Faktor, sondern lässt auch eine subtile Affirmation des Erhabenen erkennen.
Keywords (deu)
Haupt- und StaatsaktionWandertruppentheaterWanderbühneJasonMedeaCicognini
Subject (deu)
Type (deu)
Persistent identifier
https://phaidra.univie.ac.at/o:1284183
rdau:P60550 (deu)
135 S.
Number of pages
135
Members (1)
Title (deu)
"Comoedia. Genandt: Der durchläuchtige Schiffadmiral Jason. Oder. Das bezauberte güldene Flüß"
eine Transformationsanalyse
Author
Bettina Jeschgo
Abstract (deu)
Das im Kodex Ia 38589 der Wienbibliothek enthaltene Manuskript der Comoedia. Genandt: Der durchläuchtige Schiffadmiral Jason. Oder. Das bezauberte güldene Flüß gilt in der Forschungsliteratur als die Adaption einer der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts. Diese Diplomarbeit soll anhand einer Transformationsanalyse die gattungsbezogenen, dramaturgischen und figuralen Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen Wandertruppenstückes und dessen Vorlage anhand einer Gegenüberstellung deutich machen. Giacinto Andrea Cicogninis musikalisches Erstlingswerk Giasone, welches er in die Komödie Il Giasone transformierte, folgt der dramaturgischen Tradition der Tragikomödie und kommt mit einer Zwei-Ebenen-Dramaturgie nicht nur den Bedürfnissen und Interessen eines breit gefächerten Publikums entgegen, sondern bietet auch der Wanderbühne eine erfolgversprechende Vorlage. Da die Gattungstransformation des Librettos zur Komödie auf Cicognini zurückzuführen ist und sich die Comoedia als Übersetzung von Il Giasone erwiesen hat, wird das deutsche Wandertruppenstück direkt mit Giasone verglichen. Die Untersuchung des Transformationsprozesses lässt vor allem eine Intensivierung der Komik erkennen. So wird bei der Comoedia bereits durch den Titel das Bewusstsein der Harmlosigkeit als Gattungskonvention einer Komödie erzeugt. Durch die Gattungstransformation fällt die Musik als zusätzliches Ausdrucks- und Einfühlungsmedium weg, wodurch eine gewisse emotionale Distanz des Betrachtenden zum Geschehen auf der Bühne erzeugt wird, welche sich als Voraussetzung für das Funktionieren einer komischen Dramaturgie erweist. Sowohl die Figuration als auch die dramaturgischen Veränderungen, wie der Verlust des erklärenden Rahmens, das Kürzen, Zusammenfügen und Teilen einzelner Szenen sowie die Streichung und Umbenennung einzelner Figuren, lassen eine verstärkte Komik erkennen, die auf Diskrepanzen und Kontrasten beruht. Letztendlich erweist sich das Prinzip der Kontrastierung nicht ausschließlich als ein die Komik vorantreibender Faktor, sondern lässt auch eine subtile Affirmation des Erhabenen erkennen.
Keywords (deu)
Haupt- und StaatsaktionWandertruppentheaterWanderbühneJasonMedeaCicognini
Subject (deu)
Type (deu)
Persistent identifier
https://phaidra.univie.ac.at/o:1284184
Number of pages
135