Abstract (deu)
Das Ziel dieser Studie war die Charakterisierung des Proteins DRP1 (dynamin related protein 1), der Hauptfaktor bei der mitochondrialen Teilung, auf biochemischer und biophysikalischer Ebene.
Mitochondrien spielen unter anderem im Energiehaushalt, in der Apoptose und der Homöostase von Kalzium eine entscheidende Rolle. Um diese Funktionen zu erfüllen, teilen sie sich kontinuierlich und verschmelzen wieder. Dies ist besonders wichtig in Gewebe, das stark von der Energieversorgung durch diese Organellen abhängt, wie die Neuronen. Dieser dynamische Prozess wird von einer Gruppe von großen GTPasen ausgeführt, welche selbst zu höheren Oligomeren assemblieren. Zu den wichtigsten Vertretern im Menschen zählen DRP1 und die bei Verschmelzungsprozessen involvierten Proteine, OPA1 und Mitofusine.
Naturgemäß führt eine Funktionsstörung oder ein Fehler in der Regulation der mitochondrialen Dynamik zu degenerativen Krankheiten des Nervensystems wie zum Beispiel: Charcot-Marie-Tooth-Syndrom, Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit und Chorea Huntington.
In der letztgenannten Störung führt eine erhöhte GTPase Aktivität von DRP1 zu einer übermäßigen Fragmentierung von Mitochondrien, welche in weiterer Folge das Absterben von Nervenzellen verursacht.
DRP1 spielt daher eine bedeutende Rolle bei der Suche nach Medikamenten gegen Chorea Huntington. Und aus eben diesem Grund ist die Aufklärung seiner Struktur nicht nur von großem, wissenschaftlichen Interesse sondern auch von bedeutender, klinischer Relevanz.
Diese Arbeit berichtet von der erfolgreichen Klonierung, Expression, Reinigung und Kristallisation des DRP1-Proteins, in welchem die GTPase Domäne mit der GED fusioniert wurde. Erste Untersuchungsergebnisse mittels Röntgenstrukturanalyse sind sehr vielversprechend und wir sind zuversichtlich, dass die Kristallstruktur von DRP1 in naher Zukunft gelöst wird.