Abstract (deu)
Auf die Bindungstheorie aufbauend untersuchte diese Studie die Effekte von Kindheitserlebnissen mit den Eltern und mentale Repräsentationen der Bindungserfahrungen (secure base scripts) auf die Emotionen und Kognitionen einer Mutter. 305 Familien nahmen an der Untersuchung teil, als ihre Kinder zwischen 12 und 36 Monaten alt waren. Für die Studie wurden Daten von 138 Mutter-Kind-Paaren herangezogen. Drei Hauptkonstrukte waren von wesentlichem Interesse: Feinfühligkeit einer Mutter (in Übereinstimmung mit Meins‘ Ansatz der Mind-Mindedness), mütterliche Trennungsangst (2) und Belastung aufgrund von Work-Family-Konflikten (3). Die Ergebnisse wurden zwischen zwei Gruppen von Müttern verglichen: berufstätige Mütter mit einer Tagesmutter und Mütter, die eine häusliche Betreuung bevorzugen. Die Ergebnisse zeigen, dass ein sicheres Bindungsscript die mütterliche Feinfühligkeit nur in der Tagesmuttergruppe beeinflusst, wo eine Mutter-Kind-Trennung häufiger vorkommt und die Mütter öfter veranlasst werden, über den Zustand ihres Kindes zu reflektieren. Die signifikante Beziehung zwischen dem Bindungsscript und den mütterlichen Trennungsängsten der Tagesmutter-Gruppe wird auf das überlegene Ausbildungsniveau der Mütter zurückgeführt. Wie eine Mutter Belastung aufgrund von Work-Family-Konflikten wahrnimmt, wird insofern von ihrem Bindungsscript beeinflusst, als dass eine Mutter mit einem sicheren Bindungsscript weniger Belastung erlebt als eine Mutter mit einem unsicheren Bindungsscript. Dieses Ergebnis erreichte jedoch knapp nicht das Kriterium der statistische Signifikanz.