Abstract (deu)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des aktuellen Aufwertungsprozesses auf das Beziehungsgeflecht des Meidlinger Marktes in Wien. Auf theoretischer Ebene wird mit figurations- und prozesssoziologischen Begrifflichkeiten und Konzepten von Norbert Elias gearbeitet, mit denen die Figurationsdynamik des Forschungsgebiets beschrieben wird. Mittels problemzentrierter Interviews und einer integrierten Mental- Map-Methode werden Beziehungsqualitäten von MarktstandbetreiberInnen sowie deren Perspektiven und Strategien bezüglich der Transformationen erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die
initiierten Aufwertungsprozesse auf sozialer, funktionaler und baulicher Ebene und das Aufeinandertreffen von AkteurInnen (-gruppen), die sich auf ethnischer, intergenerationaler und hierarchischer Ebene etc. unterscheiden, die Figuration am Marktplatz auf spezifische Weise beeinflussen. Einerseits
werden Problem- und Konfliktfelder zwischen den heterogenen AkteurInnengruppen verstärkt, andererseits Potentiale in Hinblick auf soziale Kohäsion, Netzwerkbildung und ein inklusives, urbanes Zusammenleben und Arbeiten genutzt.