Abstract (deu)
Kapitel 3 (Artikel 1)
Basierend auf Firmendaten werden in diesem Artikel detaillierte Ergebnisse über wesentliche Merkmale von Exporteuren im Vergleich zu nicht-exportierenden Unternehmen in der Sachgüterproduktion geliefert. Das Kernstück der Untersuchung stellt die Exportprämie dar, worunter Größen- und Produktivitätsvorteile von Exportunternehmen gegenüber ausschließlich am inländischen Markt agierenden Unternehmen zu verstehen sind. Wir präsentieren empirische Belege für die Existenz von Umsatz-, Arbeitsproduktivitäts- und Lohnprämien. Diese Ergebnisse sind weitgehend im Einklang mit jenen, die in vergleichbaren Länderstudien gefunden wurden. Darüber hinaus dokumentieren wir große Unterschiede in den verschiedenen Exportprämien über die einzelnen Industrien und stellen auch Erklärungen dafür bereit. Unsere Ergebnisse bleiben auch dann unverändert, wenn zusätzliche Kontrollvariablen wie Beschäftigung und F&E-Intensität in das Modell aufgenommen werden – allein die Größe der Exportprämien reduziert sich dadurch etwas. Wir schlagen auch eine neue Interpretation der Schätzung von Exportprämien unter der Kontrolle von fixen Firmeneffekten vor, die wir als ein Ergebnis für Unternehmen, die den Exportstatus wechseln (export switchers), interpretieren. Schließlich verwenden wir ein Probit-Modell um die Bedeutung von versunkenen Exportkosten für die Exportentscheidung zu dokumentieren.
Kapitel 4 (Artikel 2)
Die Literatur der Technologie-Clubs geht von einer Dreiteilung der Länder in einen Innovation-, einen Imitations- und einen Stagnations-Club aus. Wir greifen auf ein Wachstumsmodell vom Typ Benhabib-Spiegel zurück und testen mittels eines ökonometrischen Verfahrens (threshold regression) die zentrale Hypothese der Technologie-Clubs Literatur, der zufolge Nicht-Linearitäten in den Wachstumseffekte von bestehenden Technologieunterschieden existieren. Unter der Verwendung von Humankapital als „Schwellenwert“-Variable (threshold variable) gelingt es uns drei Ländergruppen zu identifizieren. Im Einklang mit der Technologie-Clubs-Hypothese zeigen sich die stärksten Effekte bestehender Technologierückstände auf das Wirtschaftswachstum in der mittleren Ländergruppe, die den Imitations-Club darstellen.
Kapitel 5 (Artikel 3)
Die Standortattraktivität eines Landes für ausländische Direktinvestoren ergibt sich aus heimischen Faktoren aber auch aus seiner Vernetzung mit dem globalen Wirtschaftssystem. Während Wissenstransfers (knowledge spillovers) und Produktionsverflechtungen zwischen inländischen Industrien bereits Eingang in die Literatur zur Standortwahl von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) gefunden haben, blieben Produktionsverflechtungen mit dem Ausland aufgrund nicht vorhandener Daten bisher unberücksichtigt. Dieser Artikel untersucht mit Hilfe von Input-Output-Daten die Bedeutung von vorwärts- und rückwärtsgerichteten Produktionsverflechtungen zwischen Ländern für die Standortwahl von erstmaligen greenfield FDI-Investoren, wobei auch traditionelle Agglomerationsfaktoren berücksichtigt werden. Im Einklang mit der bestehenden Literatur zeigt sich, dass sich Firmen verstärkt dort ansiedeln wo bereits Unternehmen aus demselben Land und derselben Industrie ansässig sind. Vor allem aber lässt sich ein positiver Effekt von bestehenden Produktionsverflechtungen zwischen dem FDI-Quell- und dem FDI-Zielland auf die Standortattraktivität nachweisen. Gleiches gilt hingegen nicht für inländische Produktionsverflechtungen.