Abstract (deu)
Bisherige Untersuchungen zur visuell-räumlichen Aufmerksamkeit konnten zeigen, dass periphere abrupt einsetzende Hinweisreize, die an der Zielreizposition erscheinen (valide Bedingung) zu schnelleren Reaktionszeiten führen als Hinweisreize, die eine andere Position anzeigen (nicht-valide Bedingung). Beim Einsatz eines späten Hinweis-Zielreiz-Intervalls (HZI) von über 300 ms wird dieser sogenannte Validitätseffekt umgekehrt und es folgt eine Hemmung der Rückkehr (engl.: inhibition of return, kurz: IOR) mit verzögerten Reaktionszeiten in der validen Bedingung. Neuerdings wurde die IOR auch in Bedingungen mit unbewusst wahrgenommenen Hinweisreizen gefunden, was zu der Annahme führte, dass die IOR ein Signal für die reizgetriebene Aufmerksamkeitssteuerung darstellt (Mulckhuyse et al., 2007). In der vorliegenden Studie wurden die Effekte der IOR durch den Vergleich der Reaktionszeiten auf irrelevante supraliminale und subliminale Hinweisreize für ein jeweils kurzes und langes HZI mit Zielreizen, die häufiger (75 %) an der entgegengesetzten Position zum Hinweisreiz (antiprädiktiv) präsentiert werden untersucht. Dafür wurde die Prozedur von Mulckhuyse und seinen Kollegen (2007) adaptiert, indem ihre Technik der Flimmerverschmelzung für unbewusste Bedingung angewendet wurde. Die Ergebnisse schließen aus, dass die IOR automatisch gesteuert wird und sprechen folglich für einen kontrollierten Mechanismus, der diesem Effekt zugrunde liegt.