Abstract (deu)
Trotz der zum Teil schwierigen Forschungslage der spätantik-byzantinischen Epoche in Ephesos, wird das Bild durch neue Forschungen immer klarer. Der unzureichende Forschungsstand liegt einerseits begründet in der geringen Aufmerksamkeit für die Spätantike zu Beginn der Grabungsarbeiten im ausgehenden 19. Jahrhundert und andererseits im Hauptinteresse der Ephesos-Forschung vor allem an der Römischen Kaiserzeit und früheren Epochen. Neben vielen bereits laufenden Projekten, die sich mit der spätantik-byzantinischen Zeit beschäftigen, stellt auch die Grabung der spätantiken Residenz südlich der Marienkirche einen wichtigen Baustein dar, um weitreichende Aufschlüsse und signifikante Informationen zur Stadtgeschichte zu gewinnen. Ein Teil der Arbeit befasst sich mit der Befundaufarbeitung der Räume 13 und 15 in der spätantiken Residenz, die zum einen den chronologischen Nachweis der Nutzungsphase und zum anderen die Interpretation der beiden Räume liefert. Die beiden Tabernen der spätantiken Residenz stellen jedoch nur einen Bruchteil der Tabernen in Ephesos dar. Beim zweiten Teil der Arbeit handelt es sich um die Zusammenstellung der Tabernen in Ephesos und bietet somit einen Überblick über alle bereits freigelegten Räume. Mithilfe neuerer Untersuchungsmethoden wie der geophysikalischen Prospektion, speziell Georadar und Geomagnetik, sind zusätzliche Tabernen im Stadtgebiet von Ephesos fassbar. Diese wurden beispielsweise als Schenken, Werkstätten oder Gasthäuser verwendet, wodurch grundlegende Aufschlüsse über Handel, Gastronomie und die handwerkliche Produktion möglich sind.