Abstract (deu)
Das 11. Jahrhundert im byzantinischen Reich wird in der Forschung allgemein als eine Epoche des Niedergangs betrachtet. Leichtsinnige Maßnahmen in der Innen- und Verteidigungspolitik, wie die Bevorzugung der zivilen über der militärischen Aristokratie sowie die stetige Demilitarisierung der Provinzen, ließ das Reich am Ende des Jahrhunderts im mittelalterlichen Staatengefüge untergeordnet und abhängig stehen, wie es bis dato nie der Fall gewesen war. Gleichzeitig drängten angrenzende Völker, allen voran Normannen, Petschenegen und Seldschuken, immer weiter in byzantinisches Territorium ein, sodass die Kräfte der stark reduzierten Armee an den verschiedenen Grenzen gebunden waren. Diese Charakteristika lassen vermuten, dass es sich beim 11. Jahrhundert in Byzanz um eine Krise handelt. Die zunächst in dieser Arbeit aufgestellten Kriterien zur Bestimmung einer Krise, werden allesamt erfüllt. Die krisenhaften Tendenzen im 11. Jahrhundert sprechen demnach für sich und gegen einen simplen Niedergang. Der Untergang des Reiches konnte zu der Zeit noch abgewandt werden, 400 Jahre später war dies nicht mehr der Fall.