Abstract (deu)
Körperbildstörungen tragen nachweislich zu der Aufrechterhaltung von Essstörungen bei. Körperbildstörungen stehen im Zusammenhang mit einer automatischen Lenkung der Aufmerksamkeit hin zu bestimmten Körperteilen sowie Selbst-Objektifizierung, Daher wird vermutet, dass Personen mit Essstörungen Körper vorrangig analytisch verarbeiten, während die Verarbeitung von Körperstimuli bei gesunden Kontrollpersonen durch eine zustätzliche konfigurale Verarbeitung erleichtert wird. In dieser Studie wurde untersucht, ob die konfigurale Verarbeitung bei Frauen mit Bulimia Nervosa (n = 19) beeinträchtigt ist. Dafür wurde ihre Leistung in einer Inversionsaufgabe mit der Leistung von gesunden Kontrollpersonen (n = 19) verglichen. Zudem wurde untersucht, ob diese Beeinträchtigung mit einer höheren Selbst-Objektifizierung einhergeht. Die Inversionsaufgabe bestand aus drei Teilen mit unterschiedlichen Stimulus Kategorien (Körper mit Gesichtern, Körper ohne Gesichter und Gesichter). Eine dreifaktorielle ANOVA zeigte, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Leistung der Gruppen in Bezug auf die Inversionsaufgabe gab, weder im Vergleich der Genauigkeitsrate noch im Vergleich der Reaktionszeit. Auch die Analyse der Antworten im Selbstbeurteilungsfragebogen zur Selbst-Objektifizierung ergaben keine Gruppenunterschiede. Die Gruppen unterschieden sich lediglich darin, dass Personen mit Bulimia Nervosa mehr Kontrollverhalten in Bezug auf Körper angaben. In beiden Gruppen wurden jedoch signifikante Inversionseffekte für Gesichter und Körper mit Gesichtern gefunden, allerdings nicht für Körper ohne Gesichter. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Körperbildstörungen bei Frauen mit Bulimia Nervosa nicht mit einer Beeinträchtigung in der konfiguralen Verarbeitung zusammenhängen.