Abstract (deu)
Die Tradition botanischer Gärten, jährlich Samenkataloge zum gegenseitigen Austausch herauszugeben, reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Als Hauptinformation enthalten diese Samenkataloge die Namen der Arten, die im jeweiligen Garten kultiviert wurden beziehungsweise deren Samen (auch durch Aufsammlungen in der Natur) für den Austausch zur Verfügung gestellt wurden. In der Fachbibliothek für Botanik der Universität Wien befindet sich ein umfangreicher Bestand von Samenkatalogen, der vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart reicht. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Kataloge auf Ihre Eignung als Quellen für sowohl botanische als auch historische Fragestellungen zu untersuchen, wofür 112 Kataloge von 32 Gärten aus der Zeit zwischen 1791 und 1825 analysiert werden. Dabei wird einerseits die allgemeine Verwendung der Samenkataloge durch die botanischen Gärten thematisiert, andererseits werden auch spezielle Kriterien, wie die Herkunft des Samenmaterials und in den Katalogen vorhandene Erstbeschreibungen und Diagnosen, untersucht und diese mit der aktuellen Fachliteratur verglichen. Neben den botanischen Aspekten wird im Zuge einer Netzwerkanalyse auf Basis der Samenkataloge die Vernetzung der botanischen Gärten als Institutionen und deren geographische Verteilung gezeigt. Darüber hinaus werden auch private Kontakte zwischen Direktoren oder anderem Personal der Gärten thematisiert, die die Kataloge als Korrespondenzmedium nutzten.