Abstract (deu)
Die Masterarbeit zeigt, dass Menschen ihre vorpolitischen Aktivitäten nicht als Teil des Engagement- und Beteiligungsprozesses wahrnehmen. Oft berücksichtigen die in der Slowakei bei der Erfassung des Themas verwendeten traditionellen quantitativen Instrumente diese Dimension nicht, was besonders bei der Messung des Engagements und der Beteiligung der jungen Menschen als problematisch wahrgenommen wird, da dadurch ein verzerrtes Bild ihrer Engagiertheit und Partizipation entsteht. Die Untersuchung wies weiter auf die Prekarität der Arbeit in den gemeinnützigen- und Nichtregierungsorganisationen hin, die bei den führenden Vertretern*Innen des Sektors zu psychischen Problemen und zum Burnout führt.
Die Partizipationsforschung in der Slowakei verwendet vor allem quantitative Methoden, um Faktoren oder Muster und Grade des bürgerschaftliches Engagement und der Beteiligung zu untersuchen. Bei diesen Ansätzen fehlt jedoch die Perspektive der Befragten selbst, und daher fehlt ein tieferes Verständnis der Beteiligungsprozesse und der Bedeutung der Teilnahme am Leben der jungen Menschen. Dies führt dazu, dass nur ein Teil der komplexen Beteiligungsphänomene analysiert wird, und bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Frauen, Minderheiten und Jugendliche, von der Forschung ausgeschlossen oder in ihr falsch dargestellt werden.
Damit ist das Ziel der Masterarbeit, die subjektive Bedeutung und Relevanz der Partizipation und der Beteiligung im Leben der im nichtstaatlichen Sektor in der Slowakei tätigen führenden Fachkräfte zu beleuchten, und damit die Analyse ihres Weges zur sozialen oder politischen Aktivität aufzustellen, um eine umfassendere Darstellung davon zu gewinnen, was das Engagement und die Beteiligung an der Öffentlichkeit bedeuten. Zu diesem Zwecke führte ich fünf narrative biografische Interviews nach Schütze, und für die Datenanalyse die biografische hermeneutische Fallrekonstruktion und die globale Analyse nach Rosenthal durch.
Die Schlussfolgerungen meiner Forschung erfordern eine umfassendere Untersuchung der Mechanismen, welche die Menschen aktiv und engagiert oder nicht aktiv machen. Ausserdem erfordert sie auch eine Verbesserung der Standardforschungsinstrumente zur Messung des Engagements und der politischen Beteiligung. Nur dank der Erfassung der Daten, die ein vollständiges oder zumindest vollständigeres Bild vermitteln, können relevante Interessengruppen wirksame Maßnahmen zur Unterstützung einer aktiven Bürgerschaft und politischen Sozialisierung sowie zur Bildung politischer Beteiligung ergreifen. Diese Schlussfolgerungen sollten auch auf der Ebene der relevanten Interessengruppen Alarm schlagen, da sie ein eine Überprüfung des Arbeitsumfelds erfordern, welches auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer*Innen und Freiwilligen*Innen in den Non-profit- und Nichtregierungsorganisationen Einfluss hat.