Abstract (deu)
Die medizinische Erforschung von Psychedelica und Entactogenen lebt im 21. Jahrhundert wieder auf, nachdem Studien an diesen Substanzen in den 1970er Jahren großflächig zum Erliegen kamen. Diese Meta-Analyse befasst sich mit der Behandlung psychischer Störungen durch Psychedelica- und MDMA- unterstütze Therapie im klinisch-therapeutischen Kontext. Hierfür wurden 17 Studien mit insgesamt 347 PatientInnen ausgewertet. Die Prä-Post Effektstärke von Hedge’s g = -1.252 mit SE = 0.117, p = 0.0000 und 95% CIs [-1.489, -1.024] weist auf signifikante Symptomreduktionen nach der Behandlung hin. Die größten Symptomreduktionen zeigten sich in Ayahuasca- (g = -2.288; SE = 0.292) und Depressions-Studien (g = -1,643; SE = 0.235). Hohe loss to follow-up Werte und mögliche Erwartungseffekte in manchen der eingeschlossenen Studien limitieren die Aussagekraft dieser Ergebnisse. Obwohl sich auf Basis der derzeit veröffentlichten Studien keine Aussage über die großflächige Anwendung dieser Substanzen im klinischen Kontext treffen lässt, ist die beobachtete Symptomreduktion vielversprechend, wenn Risiken und Chancen der Behandlung vorsichtig gegeneinander abgewogen werden. PatientInnen, die nicht auf derzeit angewendete Pharmakotherapien ansprechen, könnten als erstes von diesen Behandlungsmethoden profitieren.