Abstract (deu)
Die persönlichkeitspsychologischen Ursprünge von ideologischen Einstellungen gewannen in der wissenschaftlichen Forschung in den letzten Jahren sukzessive an Bedeutung. Durch diesen Bedeutungsgewinn wurde der Zusammenhang von dispositionellen Persönlichkeitsmerkmalen und der politisch-ideologischen Einstellung in vielen Arbeiten untersucht. Mögliche Moderationseinflüsse durch die politische und soziale Umwelt einer Person fanden jedoch nur in wenigen Untersuchungen Beachtung. Vorliegende Arbeit behandelt dieses Forschungsdesiderat und beschäftigt sich mit der Frage, wie der individuelle sozioökonomische Wohlstand jene Einflüsse moderiert, die von dispositionellen Persönlichkeitsmerkmalen auf sozioökonomische ideologische Einstellung ausgeübt werden. Dazu werden auf Basis von Daten der German Longitudinal Election Study des Jahres 2017 Marginaleffektanalysen durchgeführt. Für die Analysen wird das individuelle Wohlstandsniveau auf Basis des Nettoäquivalenzeinkommens sowie des Klassenschemas nach Daniel Oesch operationalisiert. In den Analysen wird festgestellt, dass sich die untersuchten Marginaleffekte voneinander nicht statistisch signifikant unterscheiden und die Regressionsmodelle durch Hinzunahme der Moderatoren nur in geringem Maße verbessert werden. Die Ergebnisse der Untersuchung implizieren daher, dass der individuelle Wohlstand keinen statistisch signifikanten Moderationseinfluss auf die Zusammenhänge zwischen den einzelnen dispositionellen Persönlichkeitseigenschaften und der sozioökonomischen ideologischen Einstellung ausübt.