Abstract (deu)
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Förderung von Mehrsprachigkeit und der Erschließung weiterer slawischer Sprachen im Russischunterricht. Auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse zur Mehrsprachigkeitsdidaktik wurden mehrsprachigkeitsfördernde Aufgaben entworfen und mit Russisch-SchülerInnen im Rahmen einer Fallstudie durchgeführt. Angesichts der Tatsache, dass Sprachen nicht isoliert voneinander im Gehirn organisiert sind, wird die Sinnhaftigkeit des nach Fächern getrennten Sprachunterrichts hinterfragt. Die Europäische Union trägt mit zahlreichen Beschlüssen, Projekten und Aktionen dazu bei, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, die individuelle Mehrsprachigkeit der europäischen BürgerInnen als wertvolle Ressource für die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas zu begreifen. Da die sprachenpolitischen Maßnahmen nicht dazu führen, die Fremdsprachenkenntnisse der EuropäerInnen zu erweitern, erscheint die mehrsprachigkeitsdidaktische Methode der Interkomprehension hierfür als geeignet. Anstelle einer illusorischen near native Sprachkompetenz sollen Teilkompetenzen in mehreren Fremdsprachen angestrebt werden, wobei der Fokus auf dem Erwerb rezeptiver Kompetenzen liegt. Mittels Interkomprehension können Texte in weiteren Sprachen derselbe Sprachfamilie erschlossen werden, indem die Lernenden aktiv auf ihr Vorwissen zurückgreifen und die Sprachverwandtschaft zwischen den Sprachen systematisch nutzen. Die Ergebnisse der Fallstudie zeigen, dass die befragten Russisch-SchülerInnen sprachenvergleichendem Lernen und dem interkomprehensiven Erschließen von Texten in weiteren Slawinen offen gegenüberstehen. Darauf aufbauend wurden zusätzliche mehrsprachigkeitsfördernde Aufgaben-Dossiers für den Russischunterricht erstellt.