Abstract (deu)
Zweidimensionale (2D) Materialien, insbesondere Graphen und einlagiges hexagonales Bornitrid (hBN), wurden in den letzten zwei Jahrzehnten intensiv untersucht. Graphen ist ein hervorragender elektrischer Leiter und undurchlässig für Gase. Als Monolage kann es als Substrat für das Wachstum von Clustern oder einzelnen implantierten Atomen verwendet werden, während es mit mehreren Lagen zum Einfangen verschiedener Atome oder Moleküle dienen kann. hBN ist ein Isolator mit großer Bandlücke, der häufig als Dielektrikum verwendet wird. Punktdefekte in hBN sind jedoch auch vielversprechende Quantenemitter. In dieser Arbeit werden Graphen und hBN niederenergetischer Bestrahlung aus einfach geladenen Ionen ausgesetzt, um Defekte zu erzeugen und die Ionen einzufangen. Die Auswirkungen der Bestrahlung werden mit Hilfe von atomar auflösender Rastertransmissionselektronenmikroskopie und Elektronenenergieverlustspektroskopie untersucht. In hBN führt die Bestrahlung zur Bildung von Punktdefekten. Ähnlich erzeugte und charakterisierte Defekte in Graphen werden verwendet, um extra aufgebrachtes Eisen entweder als einzelne Atome oder als Cluster zu verankern. Bei mehrschichtigen Proben werden durch Ionenbestrahlung Edelgasatome zwischen die Schichten eingebracht, was zu stabilen zweidimensionalen van der Waals Kristallen bei Raumtemperatur führt. Die eingefangenen Atome ordnen sich so an, wie man es aufgrund der ungerichteten van der Waals Bindung erwarten würde. Die Cluster ändern ihre Struktur, bewegen sich und Phasenübergänge sind während der Messungen sichtbar. Die Untersuchung der Entstehung von Defekten in hBN und deren Korrelation mit Emissionsspektren öffnet den Weg zur gezielten Manipulation von hBN für Quantenanwendungen. Die Fähigkeit, einzelne Atome kovalent in der Graphenmembran zu verankern, bietet die Möglichkeit, Einzelatomkatalysatoren zu schaffen. Die Möglichkeit Edelgase einzufangen, eröffnet das bisher unerforschte Gebiet der eingeschlossenen zweidimensionalen van der Waals Festkörper. Die ersten experimentellen Beispiele für 2D-Systeme waren van der Waals Festkörper aus Edelgasen auf kalten Metalloberflächen. Jahrzehnte später ist es nun möglich, die atomare Anordnung dieses einfachen Systems direkt zu untersuchen. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass 2D-Materialien atomar manipuliert werden können, was uns einen Schritt näher an Quantenemitter und Einzelatomkatalysatoren in 2D-Materialien bringt. Zugleich bieten die zweidimensionalen van der Waals Feskörper bestehend aus Edelgas Atomen ein einfaches System für grundlegende Untersuchungen der statistischen Physik.