Abstract (deu)
Die Masterarbeit untersucht den Einfluss der neoliberalen Perfektions-, Wettbewerbs- und Effizienzkultur auf den Schaffensprozess feministischer Kunst. Ausgehend von der Prämisse, dass feministische Kunst nicht als homogene Kategorie zu definieren ist, sondern vielfältige Ansätze und Praktiken umfasst, analysiert die Arbeit, wie Kunstschaffende mit den Herausforderungen und Widersprüchen umgehen, die sich aus der Verflechtung von Kunst, Kapitalismus und Neoliberalismus ergeben. Ergänzend werden Erkenntnisse aus Interviews mit fünf feministischen Künstler*innen aus den Bereichen der bildenden Kunst, der visuellen und filmischen Praxis sowie der Performancekunst einbezogen. Diese Gespräche erweitern und konkretisieren die theoretischen Überlegungen durch Perspektiven aus der künstlerischen Praxis und dienen gleichzeitig als Reflexionsraum, um die Komplexität der Thematik in ihrer Vielschichtigkeit zu erfassen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass neoliberale Strukturen den Schaffensprozess feministischer Kunst auf vielfältige Weise beeinflussen. Der Druck, sich als kunstschaffende Person selbst zu vermarkten, in einem kompetitiven Umfeld zu bestehen und ständig neue, innovative Arbeiten zu produzieren, führt zu einer verstärkten Selbstoptimierung und einem Fokus auf Effizienz und Produktivität. Gleichzeitig verdeutlichen die Interviews aber auch die Widerstandsfähigkeit feministischer Künstler*innen. Sie entwickeln Strategien, um den neoliberalen Zwängen entgegenzuwirken und ihre künstlerische Praxis als kritischen und subversiven Raum zu erhalten. Die Arbeit plädiert für eine verstärkte Förderung von Solidarität, Diversität und tatsächlicher Intersektionalität sowie kollektiven Praktiken im Kunstbetrieb, um den negativen Auswirkungen der neoliberalen und kapitalistischen Strukturen entgegenzuwirken.