Abstract (deu)
Gesellschaftlich gesehen, wird die Menstruation meist als „Hygieneproblem“ aufgefasst, bei dem das Menstruationsblut als „unrein“ wahrgenommen wird und daher „sauber“ gemacht und vor der Öffentlichkeit versteckt werden muss. Das Auftreten eines Blutflecks in der Öffentlichkeit stellt einen Makel einer Person dar, wodurch Menstruierende immer das Ziel des Verbergens verfolgen. In dieser Masterarbeit wurde das Menstruationsmanagement junger Erwachsener seit ihrer Menarche genauer betrachtet, um einerseits ihren Umgang mit der Periode im zeitlichen Verlauf zu analysieren und andererseits diesen intersektional zu untersuchen, da das Menstruationsmanagement von Herrschafts- und Machtverhältnissen durchzogen ist. Für die Bearbeitung der Forschungsfrage: „Wie managen junge Erwachsene ihre Menstruation im Alltag seit der Menarche?“ wurde sowohl methodisch als auch theoretisch intersektional gearbeitet. Die Menstruation wurde dabei immer aus der Sicht der Körpersoziologie betrachtet, bei welcher der menstruierende Körper als Produkt der Gesellschafft aufgefasst wird. Durch das qualitative Paradigma gelang es, mit zehn biografisch-narrativen Interviews, Menstruationsmanagement-Praktiken zu identifizieren, welche die zentralen Umgangsweisen der befragten Menstruierenden verdeutlichen. Die herausgearbeiteten Managementpraktiken „Kontrolle“, „Menstruation verstecken/verheimlichen“, „Kommunikation“, „Ausnahmezustand durchtauchen“ und „passendes Menstruationsprodukt bestimmen“ sind dabei eng mit Körper-, Klassen-, Sexualitäts- und Geschlechterstrukturen verflochten. Mit der intersektionalen Mehrebenenanalyse wird deutlich, dass das Management der Menstruation von mehrdimensionalen Ungleichheitsstrukturen bestimmt ist und sich der Umgang mit der Menstruation seit der Menarche bis in die Gegenwart gewandelt hat.