Abstract (deu)
Bibliothekarische Methoden und Werkzeuge bergen die Gefahr, bestehende Stereotype und Diskriminierungen – nicht nur, aber auch auf Basis des Geschlechts – zu reproduzieren. Ein Beispiel ist die Inhaltliche Erschließung, die zunehmend von vermeintlich neutraler Technologie wie Künstlicher Intelligenz unterstützt wird. Wie sieht das in der Bibliotheksausbildung aus? Curricula bibliothekarischer Ausbildungen im deutschsprachigen Raum schreiben meist nicht explizit eine Auseinandersetzung mit bibliothekarischen Praktiken aus Geschlechterperspektive vor, lassen aber den Lehrenden durchaus dafür Platz. Es stellen sich folgende Fragen:
Welche Rolle spielt diese kritische Auseinandersetzung in den didaktischen Leitprinzipien, den Curricula und der Ausbildungspraxis?
Wo, wenn nicht in der Basisausbildung, kann eine Bewusstseinsbildung stattfinden? Sind es Kongresse, Fortbildungen, Fachliteratur?
Lässt sich in den letzten Jahren eine entsprechende Veränderung in den Curricula und in der Praxis feststellen?