Abstract (deu)
Die Erfahrung zeigt, dass Ambiguität in alltäglichen Situationen zu Unsicherheit führt und eher gemieden wird, während sie dagegen in der Kunst ein wesentlicher Bestandteil zu sein scheint. Ausgehend der Studie von Jakesch, Leder und Forster (in preparation), die eine Bevorzugung ambiger Stimuli gegenüber nicht-ambigen nachwies, sollte der Einfluss des Selbstwerts auf die ästhetische Präferenz mehrdeutiger Kunst untersucht werden. Um den situativen Selbstwert experimentell manipulieren zu können, wurde den 92 studierenden Versuchspersonen (60 weiblich), im Alter von 18-32 Jahren (MD = 22.20; SD = 3.04), im Anschluss an einen kurzen Intelligenztest ein fingiertes Feedback gegeben. Nachfolgend beurteilten sie die identischen Stimuli wie bei Jakesch, Leder und Forster nach Gefallen, Interessantheit und wahrgenommener Fluency. Als ambige Stimuli dienten 18 surrealistische Gemälde René Magrittes und als nicht-ambige die bearbeiteten, um die Ambiguität reduzierten Gegenstücke. Die Hypothesen waren, dass ein hoher aktueller Selbstwert zu einer Präferenz der ambigen und ein niedriger aktueller Selbstwert zu einer Bevorzugung der nicht-ambigen Stimuli führt. Die Ergebnisse von Jakesch, Leder und Forster konnten repliziert werden, ein Einfluss des Selbstwerts auf die Präferenzen zeigte sich allerdings nicht. Mögliche Ursachen, wie die Homogenität der Stichprobe, werden diskutiert.