Abstract (deu)
Der Forderungsverkauf steht seit Jahren als Begriff für zahlreiche komplizierte Fragen im Bereich der Umsatzbesteuerung. Bei einem Forderungsverkauf erfolgt zivilrechtlich die Übertragung einer Forderung von einer Person an eine andere gegen Entgelt. Die Übertragung der Forderung selbst beinhaltet dabei auch den Übergang sämtlicher dieser anhaftender Rechte auf den Übernehmer. Abhängig von der Zielsetzung differenziert man in der Praxis den einfachen Verkauf einzelner Forderungen und den Verkauf mit der gleichzeitigen Erbringung zusätzlicher Dienstleistungen durch den Käufer, wie z.B. beim Factoring, oder durch den Verkäufer.
Die umsatzsteuerliche Behandlung solcher Transaktionen wurde von der Zielsetzung jeder Transaktionsart wesentlich beinflusst, was besonders die Findung eines steuerbaren Umsatzes betrifft. Die maßgeblichen Befreiungsbestimmungen sind sehr eng auszulegen, daher ist deren Anwendungsbereich streng vom gesetzlichen Wortlaut abhängig. Die praktische Einsetzung der Befreiungsbestimmungen wirft viele Fragen auf. Die Judikatur bietet hierzu zwar Anhaltspunkte, ermöglicht jedoch noch (lange) keine einheitliche Behandlung dieser Problematik.
Diese Arbeit macht es sich zum Ziel, einschlägige Gesetze, sowie die zugehörige Literatur und Rechtsprechung zusammenzufassen und damit eine systematische Betrachtung von Forderungsverkäufen aus umsatzsteuerlicher Sicht zu geben. Die hierbei angewandten Methoden basieren auf allgemeinen wissenschaftlichen und juristischen Grundsätzen. Nach Darstellung der systematischen Beurteilung von Forderungsverkäufen erfolgt eine kritische Auseinandersetzung aus umsatzsteuerlicher Sicht, unter Berücksichtigung von zivilrechtlichen und wirtschaftlichen Überlegungen.